Netzwerkdrucker einrichten & Troubleshooting
Netzwerkdrucker unter Windows per IP oder Printserver einrichten, Treiber installieren und typische Probleme wie Offline-Status oder hängende Jobs beheben.
Grundlagen: Wie kommt der Drucker ins Netzwerk?
Bevor du anfängst zu klicken, lohnt es sich kurz zu verstehen, wie das eigentlich funktioniert. Ein Netzwerkdrucker hat eine eigene IP-Adresse und ist direkt ans LAN oder WLAN angebunden. Windows verbindet sich via TCP/IP auf Port 9100 (sogenanntes RAW Printing) direkt zum Gerät – oder alternativ über einen Printserver, der die Drucker zentral verwaltet und an Clients weitergibt.
In einem KMU-Umfeld triffst du meistens eine von drei Konstellationen:
| Variante | Beschreibung | Einsatz |
|---|---|---|
| Direkter Netzwerkdrucker (TCP/IP) | Drucker hat eigene IP, Clients verbinden direkt | Kleine Büros, Abteilungsdrucker |
| Printserver (Windows Server) | Server verwaltet Drucker, Clients verbinden via \\server\druckername | KMU mit AD-Domäne |
| WLAN-Drucker mit App/WPS | Drucker im WLAN, oft via Hersteller-App eingerichtet | Heimgebrauch, kleine Büros |
IP-Adresse des Druckers ermitteln
Bevor du irgendetwas einrichtest, brauchst du die IP-Adresse des Druckers. Drei zuverlässige Methoden:
- Konfigurationsseite ausdrucken: Bei den meisten Druckern gibt es eine Taste-Kombination oder ein Menü (oft unter Berichte oder Netzwerk), die ein Infoblatt mit IP, MAC-Adresse und Netzwerkkonfiguration ausdruckt.
- Druckermenü direkt: Einstellungen am Gerät > Netzwerk > TCP/IP oder WLAN-Status anzeigen.
- Netzwerkscan mit PowerShell:
# Alle aktiven Hosts im Subnetz pingen (Beispiel: 192.168.1.x)
1..254 | ForEach-Object {
$ip = "192.168.1.$_"
if (Test-Connection -ComputerName $ip -Count 1 -Quiet) {
Write-Host "$ip ist erreichbar"
}
}
Alternativ funktioniert Advanced IP Scanner (kostenlos) sehr zuverlässig – einfach den IP-Bereich scannen und Drucker anhand des Herstellernamens identifizieren.
Netzwerkdrucker manuell hinzufügen (Windows 10/11)
Weg 1: Über die Einstellungen (GUI)
- Win+I öffnen > Bluetooth & Geräte > Drucker & Scanner
- Auf Gerät hinzufügen klicken
- Warten bis die automatische Suche läuft – falls der Drucker nicht erscheint: “Der gewünschte Drucker ist nicht aufgeführt” anklicken
- Option wählen: “Drucker über TCP/IP-Adresse oder Hostnamen hinzufügen”
- Gerätetyp: TCP/IP-Gerät – IP-Adresse eingeben (z.B.
192.168.1.50) - Portname wird automatisch gesetzt (z.B.
IP_192.168.1.50) - Windows versucht den Treiber automatisch zu laden. Falls das nicht klappt: “Datenträger” wählen und Treiber vom Hersteller verwenden
Weg 2: Über einen Printserver / UNC-Pfad
Wenn ihr einen Windows Printserver habt, ist das die bevorzugte Methode – der Treiber wird direkt vom Server mitgeliefert:
- Win+R drücken,
\\printservereingeben und Enter - Doppelklick auf den freigegebenen Drucker – Windows installiert Treiber automatisch
- Oder in Einstellungen: “Drucker über Name, Adresse oder Port suchen” > UNC-Pfad eingeben
Netzwerkdrucker per PowerShell einrichten
In der Praxis willst du das oft skripten – z.B. bei der Einrichtung neuer Workstations oder für ein Deployment-Script.
Direktverbindung via IP (ohne Printserver)
# 1. TCP/IP-Port anlegen
Add-PrinterPort -Name "IP_192.168.1.50" -PrinterHostAddress "192.168.1.50"
# 2. Treiber installieren (muss bereits im Treiberspeicher vorhanden sein)
Add-PrinterDriver -Name "HP Universal Printing PCL 6"
# 3. Drucker anlegen
Add-Printer -Name "Buerodrucker-EG" -DriverName "HP Universal Printing PCL 6" -PortName "IP_192.168.1.50"
# Standard-Drucker setzen
(Get-Printer -Name "Buerodrucker-EG").SetAsDefault()
Verbindung via Printserver
# Drucker vom Printserver verbinden
Add-Printer -ConnectionName "\\PRINTSERVER\Buerodrucker-EG"
# Alle lokalen Drucker anzeigen
Get-Printer | Select-Object Name, DriverName, PortName, PrinterStatus
Drucker entfernen
Remove-Printer -Name "Buerodrucker-EG"
Remove-PrinterPort -Name "IP_192.168.1.50"
Drucker über Printserver zentral verwalten (Windows Server)
Wenn ihr mehr als 3-4 Drucker habt, lohnt sich ein Printserver. Das läuft auf einem normalen Windows Server – die Rolle heisst Druck- und Dokumentdienste.
Rolle installieren
# Auf dem Server:
Install-WindowsFeature Print-Server -IncludeManagementTools
Danach öffnest du die Druckverwaltung (printmanagement.msc) und richtest dort Drucker ein. Clients verbinden sich dann via UNC-Pfad (\\server\druckername).
Drucker per GPO verteilen
Der eleganteste Weg im Active-Directory-Umfeld: Drucker per Gruppenrichtlinie automatisch ausrollen. Kein manueller Aufwand mehr beim Workstation-Setup.
gpmc.mscöffnen- GPO für die gewünschte OU erstellen oder bearbeiten
- Benutzerkonfiguration > Einstellungen > Systemsteuerungseinstellungen > Drucker
- Neu > Freigegebener Drucker > UNC-Pfad eintragen, “Als Standard setzen” falls gewünscht
- GPO verknüpfen und
gpupdate /forceauf einem Testclient prüfen
Mehr zu GPOs findest du unter GPO-Grundlagen.
Universal Print: Die Cloud-Alternative zum Printserver
Microsoft Universal Print ist ein cloudbasierter Druckdienst und Teil von Microsoft 365 (mehr dazu unter M365 Overview). Statt Warteschlangen, Treiber und Freigaben auf einem Windows Server zu pflegen, laufen Drucker, Freigaben und Berechtigungen komplett in der Cloud – verwaltbar über das Microsoft 365 Admin Center und Entra-ID-Gruppen (siehe Entra ID Grundlagen).
Lizenzierung: Universal Print ist in Microsoft 365 Business Premium sowie den Enterprise-Plänen (E3/E5, F3) und in Windows 10/11 Enterprise E3/E5 enthalten; ein eigenständiges Abo ist ebenfalls verfügbar. Jede Lizenz beinhaltet ein Kontingent von 100 Druckaufträgen pro Monat – bei 1000 lizenzierten Nutzern stehen also zusammen 100’000 Druckaufträge pro Monat zur Verfügung.
Voraussetzungen:
- Clients mit Windows 10/11, ohne herstellerspezifischen Treiber (Universal Print nutzt einen generischen IPP-Treiber)
- Geräte müssen in Entra ID registriert oder eingebunden sein
- Drucker sind entweder “Universal Print ready” (native Unterstützung, meist neuere Business-Geräte) oder werden über den kostenlosen Universal Print Connector angebunden – eine Software, die auf einem Windows-10-Rechner oder Windows Server ab 2016 läuft und bestehende Drucker in die Cloud “übersetzt”
Setup in Kürze:
- Drucker per Connector oder nativ im Microsoft 365 Admin Center unter Universal Print registrieren
- Freigabe (“Printer Share”) anlegen und Nutzern oder Gruppen zuweisen
- Am Client: Drucker & Scanner-Einstellungen öffnen, Gerät hinzufügen – die Freigabe erscheint automatisch, sobald der Nutzer mit dem Firmenkonto angemeldet ist
| Kriterium | On-Prem-Printserver | Universal Print |
|---|---|---|
| Infrastruktur | Windows Server nötig, muss gepatcht/gewartet werden | Keine eigene Serverhardware, Wartung entfällt |
| Verwaltung | printmanagement.msc, GPO | Microsoft 365 Admin Center, Entra-ID-Gruppen |
| Ausfallsicherheit | Server ist Single Point of Failure | Hochverfügbar durch Microsoft |
| Kosten | Serverlizenz + Hardware | In M365-Lizenz enthalten, aber Druckvolumen-Limit |
| Legacy-Drucker | Problemlos per Treiber | Nur über Universal Print Connector |
| Homeoffice/Remote | VPN nötig (siehe VPN Grundlagen) | Funktioniert überall mit Internetzugang |
Der grösste Nachteil in der Praxis: Das Druckauftrags-Kontingent pro Lizenz kann bei druckintensiven Abteilungen (Empfang, Lager, Produktion) schnell eng werden – dann müssen zusätzliche Lizenzen eingeplant werden.
Skalierung bei mehreren Standorten
Sobald mehr als ein Standort im Spiel ist, wird die Printserver-Frage zur Architekturentscheidung. Zwei klassische Modelle stehen sich gegenüber:
Zentraler Printserver (Hub-Modell): Ein Printserver am Hauptstandort bedient alle Filialen über das WAN. Vorteil: eine zentrale Verwaltungsstelle, ein GPO-Rollout. Nachteil: Jeder Druckauftrag muss zuerst zum zentralen Spooler und von dort zurück zum Drucker in der Filiale – bei grossen Dateien (PDFs mit Bildern, Grossformat-Pläne) wird die WAN-Leitung doppelt belastet.
Branch-Office-Printserver (dezentrales Modell): Jeder Standort erhält einen eigenen, meist virtuellen Printserver, zentral per GPO und Remote-Skript verwaltet. Druckaufträge bleiben lokal im Standort-LAN, das WAN wird nicht belastet – nur die Verwaltung läuft zentral.
| Kriterium | Zentraler Printserver | Branch-Office-Printserver | Universal Print |
|---|---|---|---|
| WAN-Last pro Druckjob | Hoch (zweifacher Traffic über WAN) | Keine | Nur Auftragsmetadaten, Spooling läuft lokal über Connector |
| Ausfall bei WAN-Unterbruch | Filiale kann nicht mehr drucken | Filiale druckt weiter | Abhängig von Internetverbindung |
| Verwaltungsaufwand | Gering (1 Server) | Mittel (mehrere Server, aber zentral administrierbar) | Gering (1 Cloud-Dienst) |
| Empfehlung ab | 1-2 Standorten, guter WAN-Anbindung | 3+ Standorten oder schwachen WAN-Links | Standortunabhängigen, modernen Umgebungen |
In der Praxis ist bei Multi-Site-Umgebungen ein Mix üblich: Branch-Office-Server oder Direktanbindung für grosse und kritische Drucker (Etikettendrucker im Lager, Plotter), Universal Print oder ein zentraler Server für alles andere. Mehr zur Netzwerkanbindung mehrerer Standorte: SD-WAN Grundlagen und Routing Grundlagen.
Troubleshooting: Die häufigsten Druckerprobleme
Problemübersicht
| Problem | Wahrscheinlichste Ursache | Erste Massnahme |
|---|---|---|
| Drucker offline | IP geändert oder Drucker aus | IP pingen, Port im Druckertreiber prüfen |
| Druckjob hängt | Spooler klemmt | Spooler neu starten, Queue leeren |
| Falscher Treiber | Treiber-Mismatch nach OS-Update | Treiber deinstallieren und neu installieren |
| Kein Druck auf Netzwerkdrucker | Firewall blockiert Port 9100 | Firewall-Regel prüfen |
| Drucker druckt Kauderwelsch | Falscher PDL (PCL vs. PostScript) | Richtigen Druckertreiber wählen |
| Treiber lässt sich nicht installieren | Fehlende Berechtigungen | Als Admin ausführen, Signaturprüfung beachten |
Spooler-Probleme beheben
Der Druckspooler-Dienst ist die häufigste Fehlerquelle. Wenn Jobs hängen oder der Drucker sich nicht ansprechen lässt, hilft ein Neustart des Spoolers fast immer:
# Spooler stoppen
Stop-Service -Name Spooler -Force
# Druckerwarteschlange leeren
Remove-Item "$env:SystemRoot\System32\spool\PRINTERS\*" -Force -Recurse -ErrorAction SilentlyContinue
# Spooler neu starten
Start-Service -Name Spooler
# Status prüfen
Get-Service Spooler
Oder klassisch per CMD (z.B. wenn PowerShell nicht verfügbar):
net stop spooler
del /Q /F /S "%systemroot%\System32\spool\PRINTERS\*.*"
net start spooler
Drucker offline: Schritt-für-Schritt
- Drucker pingen: Kannst du die IP des Druckers erreichen?
Test-Connection -ComputerName 192.168.1.50 -Count 4
- Druckerport prüfen: Stimmt die IP im konfigurierten Port noch?
Get-PrinterPort | Where-Object { $_.Name -like "IP_*" } | Select-Object Name, PrinterHostAddress
-
Offline-Modus deaktivieren: Drucker > Rechtsklick > “Drucker online verwenden” – diese Option wird manchmal automatisch gesetzt
-
Druckerwarteschlange leeren:
Get-PrintJob -PrinterName "Buerodrucker-EG" | Remove-PrintJob
- Treiber neu installieren: Wenn nichts hilft, Drucker entfernen und komplett neu anlegen
Port 9100 – Firewall prüfen
Wenn du direkt via TCP/IP druckst, muss Port 9100 TCP vom Client zum Drucker offen sein. In grösseren Netzwerken mit Segmentierung blockiert die Firewall diesen Traffic manchmal.
# Port 9100 vom Client aus testen
Test-NetConnection -ComputerName 192.168.1.50 -Port 9100
Wenn TcpTestSucceeded auf False steht, liegt das Problem in der Netzwerk-Firewall oder einem VLAN-Routing-Problem – dann musst du mit dem Netzwerkteam sprechen. Grundlagen dazu: TCP/IP Grundlagen.
Treiber-Probleme
Windows 11 hat die Druckertreiber-Architektur mit IPP over USB und Mopria modernisiert. Für viele Drucker werden Treiber inzwischen direkt via Windows Update geladen. Falls das nicht funktioniert:
- Hersteller-Website besuchen (z.B. support.hp.com, www.kyocera.de/support)
- Modell eingeben, Treiber für deine Windows-Version herunterladen
- Alten Treiber vorher vollständig deinstallieren: Systemsteuerung > Programme und zusätzlich den Drucktreiber in
printmanagement.mscunter “Treiber” entfernen
Netzwerkdrucker per DHCP-Reservierung stabil halten
Einer der häufigsten Supportfälle in KMUs: Der Drucker hat gestern noch funktioniert, heute ist er offline – weil der DHCP-Server ihm eine andere IP gegeben hat. Die Lösung ist eine DHCP-Reservierung.
Du brauchst die MAC-Adresse des Druckers (steht auf dem Konfigurationsblatt oder im Druckermenü):
# MAC-Adresse des Druckers ermitteln (wenn du weisst, welche IP er gerade hat)
arp -a 192.168.1.50
Dann in der DHCP-Konsole (dhcpmgmt.msc) unter dem Scope > Reservierungen > neue Reservierung anlegen: MAC-Adresse + gewünschte IP eintragen.
Mehr zum DHCP-Thema: DHCP Grundlagen.
Druckerfreigabe zwischen Windows-Rechnern (Peer-to-Peer)
Manchmal gibt es keinen Printserver, aber jemand hat den Drucker lokal am PC und soll ihn teilen. Das geht zwar, hat aber Nachteile (der PC muss laufen, Spooler-Last auf der Workstation). Trotzdem kurz erklärt:
# Drucker freigeben
Set-Printer -Name "Lokaler HP" -Shared $true -ShareName "HP-Buero"
# Freigegebene Drucker im Netzwerk anzeigen
Get-Printer -ComputerName . | Where-Object { $_.Shared -eq $true }
Clients verbinden sich dann via \\computername\HP-Buero. Stelle sicher, dass Datei- und Druckerfreigabe in den Windows-Netzwerkeinstellungen aktiviert ist und die Firewall den Traffic auf Port 445 (SMB) erlaubt.
Druckersicherheit
Drucker werden im Security-Alltag gern vergessen – dabei sind sie vollwertige Netzwerkgeräte mit eigenem Betriebssystem, offenen Ports und oft jahrelang ungepatchter Firmware. Drei Angriffsflächen verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Default-Passwörter und Admin-Webinterface
Fast jeder Netzwerkdrucker hat ein Webinterface (per HTTP/HTTPS über die Drucker-IP erreichbar) mit einem Standard-Login wie admin/admin oder admin/Passwort auf der Rückseite des Geräts. Bleibt das unverändert, kann jeder im gleichen Netzsegment Adressbücher und gespeicherte Scan-Ziele auslesen, die SNMP-Community umkonfigurieren oder Zertifikate für gescannte/gefaxte Dokumente austauschen.
Massnahme: Bei Inbetriebnahme jedes Geräts sofort das Admin-Passwort ändern und dokumentieren – siehe Passwort-Management und IT-Dokumentation & Inventar.
SNMP absichern
Die meisten Drucker haben SNMP v1/v2c werkseitig aktiv, mit der Community “public” (lesend) und teils sogar “private” (schreibend). Das erlaubt Angreifern im gleichen Netzsegment, Gerätedaten auszulesen und teilweise sogar Konfigurationen zu ändern. Empfehlungen:
- SNMP komplett deaktivieren, wenn kein Monitoring darauf angewiesen ist
- Sonst auf SNMPv3 mit Authentifizierung und Verschlüsselung wechseln
- Community-Strings nie auf Standardwerten (“public”/“private”) belassen
- SNMP-Zugriff per Firewall/ACL auf das Monitoring-System beschränken
PrintNightmare (CVE-2021-34527)
CVE-2021-34527, bekannt als PrintNightmare, ist eine Schwachstelle im Windows-Druckspooler-Dienst, die 2021 grosse Wellen schlug: Ein authentifizierter Angreifer konnte über die Druckertreiber-Installation (Point and Print) beliebigen Code mit SYSTEM-Rechten ausführen – remote über RPC oder lokal zur Rechteausweitung. Betroffen waren praktisch alle Windows-Versionen, weil der Spoolerdienst standardmässig überall läuft, auch auf Domain Controllern.
Microsoft reagierte mit einem ausserplanmässigen Notfall-Patch im Juli 2021, stellte aber klar: Der Patch allein reicht nicht, wenn die Point-and-Print-Richtlinien zu offen konfiguriert sind. Insbesondere die Einstellung NoWarningNoElevationOnInstall = 1 hebelt den Patch komplett aus.
Nachhaltige Absicherung per GPO – Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Drucker > “Point and Print-Einschränkungen”, technisch abgebildet in der Registry unter folgendem Pfad:
HKLM\Software\Policies\Microsoft\Windows NT\Printers\PointAndPrint
RestrictDriverInstallationToAdministrators = 1 (nur Admins duerfen Treiber installieren)
NoWarningNoElevationOnInstall = 0 (Warnung + Elevation bei Treiberinstallation erzwingen)
UpdatePromptSettings = 0 (Warnung + Elevation auch bei Treiber-Updates erzwingen)
TrustedServers = 1 (nur explizit vertrauten Servern Treiberlieferung erlauben)
Zusätzlich empfiehlt es sich, den Druckspooler-Dienst auf Systemen zu deaktivieren, die nicht drucken müssen – klassischerweise auf Domain Controllern:
Stop-Service -Name Spooler -Force
Set-Service -Name Spooler -StartupType Disabled
Mehr zu Härtungsmassnahmen generell: AD Security Hardening & Tier-Modell und IT-Security Grundlagen für KMU.
Mobiles Drucken und BYOD
Immer mehr Nutzer wollen von privaten Smartphones, Tablets oder Laptops drucken, ohne Treiber zu installieren oder eine Freigabe im Firmennetz einzubinden. Drei Standards decken das ab:
| Standard | Plattform | Funktionsweise |
|---|---|---|
| AirPrint | Apple (iOS, iPadOS, macOS) | Treiberloses Drucken via Bonjour-Discovery im lokalen Netzwerk, vom Drucker selbst beworben |
| Mopria | Android (und Windows) | Herstellerübergreifender Standard der Mopria Alliance, baut auf IPP auf, App/Plugin meist vorinstalliert |
| IPP Everywhere | Herstellerunabhängig | Offener Standard (Internet Printing Protocol), auf dem AirPrint und Mopria aufsetzen – treiberloses Drucken direkt über IPP |
Damit das funktioniert, muss der Drucker die jeweilige Funktion unterstützen (bei Business-Geräten der letzten Jahre meist Standard) und im gleichen Netzwerksegment wie das mobile Gerät erreichbar sein, da die Discovery in der Regel per mDNS/Bonjour läuft – über VLAN-Grenzen hinweg braucht es dafür einen mDNS-Reflector.
Für Windows- und Android-BYOD-Geräte ohne Domänenanbindung ist Universal Print (siehe oben) oft die pragmatischere Lösung, weil die Authentifizierung über Entra ID läuft statt über Netzwerk-Discovery.
Follow-Me-Printing (Pull Printing)
Beim klassischen Push-Printing landet der Job sofort in der Warteschlange des gewählten Druckers – liegt er dort ungeholt, kann jeder Vorbeigehende vertrauliche Dokumente (Lohnabrechnungen, Verträge, Personaldaten) mitnehmen. Ausserdem drucken Nutzer gerne “auf Verdacht” gleichzeitig auf mehreren Geräten, was Papier und Toner verschwendet.
Follow-Me- bzw. Pull-Printing löst das: Der Druckjob wird zentral geparkt und erst freigegeben, wenn sich der Nutzer am Gerät seiner Wahl authentifiziert – per Badge/RFID, PIN oder Login. Erst dann druckt das Gerät.
Vorteile in der Praxis:
- Sicherheit: Sensible Dokumente liegen nie unbeaufsichtigt im Ausgabefach
- Kostenkontrolle/Abrechnung: Jeder Druckjob ist einem Nutzer zugeordnet, ideal für Abteilungs- oder Kunden-Abrechnung (z.B. in Kanzleien, Treuhandbüros)
- Weniger Verschwendung: Nicht abgeholte Jobs verfallen automatisch nach einer Frist und werden nie gedruckt
Follow-Me-Printing wird meist über eine dedizierte Softwarelösung realisiert (z.B. PaperCut, uniFLOW, Y Soft SafeQ), die zwischen Printserver bzw. Universal Print und den Druckern sitzt und die Kartenleser an den Geräten ansteuert. Auch Universal Print unterstützt über Partnerlösungen mittlerweile Hold/Release-Funktionalität für denselben Zweck.
Verbrauchsmaterial-Monitoring per SNMP
Statt zu warten, bis jemand “Toner leer” meldet, lässt sich der Füllstand fast aller Netzwerkdrucker automatisiert per SNMP auslesen – die Werte stehen in der herstellerunabhängigen Printer-MIB (RFC 3805).
Die wichtigsten Standard-OIDs:
| OID | Bedeutung |
|---|---|
1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.6.1.x | Bezeichnung der Verbrauchsmaterial-Einheit (z.B. “Black Toner”) |
1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.8.1.x | Maximaler Füllstand (prtMarkerSuppliesMaxCapacity) |
1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.9.1.x | Aktueller Füllstand (prtMarkerSuppliesLevel) |
1.3.6.1.2.1.43.10.2.1.4.1.1 | Gedruckte Gesamtseitenzahl (prtMarkerLifeCount) |
1.3.6.1.2.1.1.5.0 | Systemname des Geräts (sysName) |
Das x am Ende steht für den Index der jeweiligen Supply-Einheit (schwarz, cyan, magenta, gelb, Trommel usw.) – am einfachsten per SNMP-Walk über den Ast 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1 ermitteln.
Kleines PowerShell-Beispiel mit dem COM-Objekt olePrn.OleSNMP (Teil der Windows-Druckdienste-Tools):
function Get-TonerLevel {
param(
[string]$PrinterIP,
[string]$Community = "public"
)
$snmp = New-Object -ComObject olePrn.OleSNMP
$snmp.open($PrinterIP, $Community, 2, 3000)
$level = $snmp.get(".1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.9.1.1")
$max = $snmp.get(".1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.8.1.1")
$snmp.close()
if ($max -gt 0) {
[PSCustomObject]@{
Drucker = $PrinterIP
TonerProzent = [math]::Round(($level / $max) * 100, 1)
}
}
}
# Mehrere Drucker aus einer Liste pruefen
"192.168.1.50", "192.168.1.51" | ForEach-Object { Get-TonerLevel -PrinterIP $_ }
Für den produktiven Einsatz lohnt sich statt eines Eigenbau-Skripts eher die Anbindung an ein bestehendes Monitoring-System (PRTG, Zabbix, Nagios, Checkmk – alle bringen fertige Printer-MIB-Templates mit) inklusive Schwellwert-Alarmierung, bevor der Toner tatsächlich leer ist. Grundlagen dazu: Monitoring Grundlagen.
Weiterlernen
- Microsoft Support: Druckerverbindungs- und Druckprobleme beheben
- Microsoft Learn: Druckspooler-Dienst läuft nicht
- Microsoft Learn: Standardportmonitor für TCP/IP
- Microsoft Learn: Datei- und Druckserver installieren und konfigurieren
- Microsoft Learn: Zugreifen auf Universelles Drucken
- Microsoft Security Response Center: Clarified Guidance for CVE-2021-34527 (PrintNightmare)
- Microsoft Support: KB5005010 - Point and Print-Treiberinstallation einschränken
- pctipp.ch: Windows 10: Netzwerkdrucker einrichten
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